Dienstag, 23. Januar 2007

Ferien Tag 4

Heute gings mir schon einiges besser als gestern. Leider mussten wir den Krüger im Verlauf des morgens verlassen, da wir heute nach Swaziland in den Mililane Game Reserve fahren. Kurz vor dem Mittag standen wir an der Grenze zu Swaziland, wo sich das Matsamo Cultural Village befand. Das Village zeigt die Kultur und Bräuche der Swazis auf und lädt zum tanzen ein. Es war sehr interessant, jedoch konnte ich von dem leckeren Buffet nichts essen.


Wir fuhren quer durch Swaziland. Die Landschaft erinnerte sehr an das Jura und die Strassen und Brücken waren sehr modern. Swaziland muss eine sehr gute Gegend für Wanderurlaub sein. Wir haben im Mililane Game Reserve in den traditionellen Swazi Beehives übernachtet. Im Mililane Game Reserve haben wir vor allem sehr viele Warzenschweine und Impalas gesehen.



Montag, 22. Januar 2007

Ferien Tag 3

Schon vor dem Frühstück haben wir beschlossen, auf der Hotelanlage einen Pirschgang zu machen, da uns gesagt wurde, dass es Giraffen und Böcke hätte. Schon nach kurzer Zeit haben wir aufgegeben und sind Frühstücken gegangen. Uns wurde dann gesagt, dass man die Tiere sehr selten sehe, ausser man gehe mit einem Angestellten auf einen 3 Stündigen Pirschgang, welchen wir aber dankend abgelehnt haben – denn heute stand ein ganzer Tag Krüger National Park auf dem Programm.

Wir sind durch das Orpen Gate in den Krüger gefahren, unsere heutige Übernachtung findet im Berg-en-Dal Restcamp statt, welches sich ganz im süeden befindet. Wir hatten also gut 6 Stunden Fahrt vor uns. Wir haben heute sehr viele Giraffen, Zebras, Büffel, Elefanten und ein Nilpferd gesehen. Leider ging es mir (Lynn) immer schlechter. Ich muss irgendwas falsches gegessen haben und mit der Hitze hat sich das gar nicht gut vertragen. Wir mussten deshalb einige Male anhalten, damit ich die Tiere füttern konnte. Unsere Pirschfahrt war deshalb nicht ganz so toll. Ich war sehr froh, als wir endlich im Restcamp angekommen sind. Matt ist am Abend im Restaurant essen gegangen und ich habe versucht mich mit Cola und Reis zu kurieren.



Sonntag, 21. Januar 2007

Ferien Tag 2

Nach einer Siteinspection im Hotel nahmen wir heute die Panoramaroute in Angriff. Wir haben alle namhaften Sehenswürdigkeiten besucht. Am besten hat uns der Berlyn Wasserfall gefallen. Von God’s Window und dem Blyder River Canyon waren wir ziemlich enttäuscht. Für jemanden der 2 Jahre in den Bergen gewohnt hat, ist diese Berglandschaft nicht sehr beeindruckend. Wir haben deshalb beschlossen, die Panoramaroute im Eiltempo zu besichtigen um am späten Nachmittag nochmals in den Krüger Nationalpark zu gehen. Kurz nach drei Uhr waren wir wieder auf einer Pirschfahrt im Krüger unterwegs. Gleich bei der Gateeinfahrt haben wir Büffel, Impala, Zebras und Wilderbeast gesehen. Wir haben beschlossen einen Loop zu fahren und unsere Fahrzeit genaustens berechnet, dass wir um 18h30, wann die Gates schliessen, wieder draussen sind. Auf den ersten 5 Kilometer begegneten uns weitere Impalas, Wilderbeasts und Zebras. Aus der Entfernung konnten wir einen Elefanten beim baden beobachten. Kaum fünf Minuten später stand bereits der nächste Elefant auf der Strasse. Wir haben ihn einige Minuten beobachtet und sind als er in den Büschen verschwunden ist, weiter Richtung Wasserloch gefahren. 2 Kilometer vor dem Wasserloch sind wir dem nächsten Elefanten begegnet. Diese Begegnung war jedoch weniger freundlich. Der Elefant war besoffen (er hat Marula Früchte gegessen) und ist direkt auf unser Auto zugelaufen. Obwohl wir sehr schnell Rückwärts gefahren sind (40km/h), kam der Elefant immer Näher. Sein Rüssel hat er wie Wild um sich hin und her gewedelt und merkwürdige Geräusche gemacht. Wir haben deshalb beschlossen, das Auto schnell zugewendet und die Flucht zu ergreifen. Der Elefant ist uns noch einige Meter gefolgt, bis wir ihn abhängen konnten. So mussten wir wieder denselben Weg zurück. Vor lauter Angst, bin ich über die Schotterstrassen gerast um endlich wieder in Sicherheit zu sein. Auf dem Rückweg sind wir wieder den Zebras, Büffel, Impalas und Wilderbeasts begegnet.

Den Park haben wir kurz nach 18h00 verlassen. Knapp 4 Kilometer vom Krüger Gate entfernt lief und plötzlich ein Elefanten auf der Seite der Hauptstrasse entgegen. Wir haben sofort im Krüger angerufen und den entlaufenen Elefanten gemeldet. Diese meinten sie senden einen Ranger vorbei um zu schauen. Wir sind deshalb nochmals schnell zum Krüger zurückgefahren und haben gleich beim Eingang noch eine Giraffe mit ihrem Jungen gesehen. Der KNP Angestellte meinte jedoch, es hätte momentan keinen Zaun um den Krüger vor diesem Gate und deshalb hätte es oft Tiere auf der Hautstrasse, sie seien jedoch daran einen Zaun mit Gate zu bauen. Wir sind uns jedoch nicht ganz sicher, ob diese Geschichte wahr ist.

Kurz vor 8 sind wir in unserer heutigen Unterkunft, der Kubu Safari Ranch angekommen.

Samstag, 20. Januar 2007

Ferien Tag 1

Um 5h30 wurden wir vom Taxi abgeholt, welches uns an den Flughafen gebracht hat. Mit der Billigairline Kulula sind wir um 7h00 von Kapstadt nach Johannesburg geflogen. Mal abgesehen von der winzigen Legspace und der üblen Landung war alles wunderbar. In Johannesburg haben wir unser Avis Mietauto entgegengenommen. Einen weinroten Toyota Tazz – endlich mal wieder Servolenkung und Klimaanlage! Luxus pur…

Vom Flughafen sind wir direkt Richtung Mmpumalanga gefahren. Die Landschaft wurde von Stunde zur Stunde grüner. Gut fünf Stunden später sind wir dann am Tor des Krueger National Parkes gestanden. Obwohl schon nach 3 Uhr war, haben wir beschlossen, anstelle im Hotel rumzusitzen eine erste Pirschfahrt zu machen. Da die Gräser sehr hoch waren, haben wir die ersten 10 Minuten absolut gar nichts gesehen. Wir waren schon sehr enttäuscht. Doch dann stand plötzlich eine Herde Impala am Strassenrand. Wir haben geknipst und uns riesig gefreut. Später haben wir herausgefunden, dass alle paar Minuten Impala am Strassenrand stehen! Weiter ging es zu einem Wasserloch, wo wir Kudus sahen. Zurück auf der Hauptstrasse begegneten wir einem Elefanten und uns wurde gesagt, dass es in der Gegend auch Löwen hat, diese haben wir leider nicht gesehen. Dafür ein Nilpferd, war genüsslich im Sumpf abtauchte. Kurz vor der Ausfahrt sind wir einer Familie Gepunkteten Hyänen begegnet. Die waren der absolute Hammer. Mutter, Vater und 6 Jungtiere, welche von der Mutter gesäugt wurden. Unsere erste Pirschfahrt im Krüger war war der absolute Hit! Wir fanden keine Worte für diese Begegnungen mit den Tieren. Wir haben den Park verlassen und sind zu unserer ersten Unterkunft gefahren.

Mittwoch, 10. Januar 2007

Winelands

Südafrika ist nicht nur eine Destination für Safaris sondern auch für Gourmets! So liessen wir es uns an einem Wochenende gut gehen und tranken uns zusammen mit einigen Studenten & Mitarbeiter von Egoli Tours durch die Weinberge von Südafrika.


Als erstes Besuchten wir das Anura Weingut, nach einer Kellerführung genossen wir eine Käseprobe gefolgt von einer Weindegustation. Weiter ging es zum Charmonix Weingut, wo wir auch unser Mittagessen einnahmen und eine weitere Käse-, Wein- und Sporituosen Degustation genossen. Halb Torkelnd ging die Reise weiter zum Tokara Weingut, wo wir neben Wein auch Olivenöl Degustieren konnten. Bevor es wieder nach Hause ging, schlenderten wir noch durch die Strassen von Stellenbosch und erholten uns auf dem Weingut in Spier. Spier bietet neben einem Weingut ein authentisches Restaurant, eine riesige Picknick Area sowie ein Geparden-Streichelzoo.






Sonntag, 10. Dezember 2006

Neues Heim, neues Glück

Die Zeit verfliegt im Nu, schon sind zwei Monate um, seit wir uns das letzte Mal bei Euch gemeldet haben…

Seit gut drei Wochen wohnen wir nun endlich in Kapstadt und geniessen seit dem die wahnsinnige Aussicht über Kapstadt und dem Meer. Wir wohnen in einer 3 Zimmerwohnung in einem Mehrfamilienhaus in Vredehoek. Es hat ziemlich lange gedauert und viel Geld und Nerven gekostet, bis wir endlich einen „anständigen“ Haushalt zusammen hatten. Seit letztem Wochenende sind wir nun endlich im Besitz eines Kühlschrankes. Als wir einzogen, hatten wir ausser einem Bett nichts, eine Woche später haben wir uns einen Herd gekauft, der aber bis heute nicht richtig funktioniert, wir müssen mal einen Elektriker kommen lassen um diesen richtig anzuschliessen.

Unsere Nachbarn sind alle freundlich – zumindest die, die wir schon kennen gelernt haben. Es ist auf jedenfall viel mehr los als in Kapstadt als in Durbanville. Ach ja, und die Wohnung ist gross genug um Gäste zu beherbergen. Zumindest vor 2010!

Unsere neue Adresse ist: 13 Ray Mansions, St James Street, Vredehoek, Cape Town 8001, South Africa. Die Natelnummern bleiben dieselben. Bitte denkt daran, dass wir eine Stunde voraus sind! Wir freuen uns weiterhin auf Telefonanrufe und Nachrichten von Euch.

Matthias hat seinen Job bei Tours Unlimited an den Nagel gehängt und arbeitet seit dem 1. Dezember auch bei Egoli Tours. Was ganz OK ist, wir sehen uns trotz dem kleinen Büro kaum. Geniessen die gemeinsame Mittagspausen und den Arbeitsweg. Es ist sehr praktisch, weil wir nun zur Arbeit laufen können. Es ist nur knapp 20 Minuten zu Fuss den Berg hinunter und am Abend wieder hoch.

Matt war Ende Oktober als Tourguide auf der Gardenroute unterwegs. Er hatte eine kleine Gruppe von Schweizern begleitet und alles auf französisch übersetzt. So war er leider an seinem Geburtstag nicht da. Wir haben diesen jedoch einen Tag verspätet mit meinen Eltern nachgefeiert. Inzwischen sind meine Eltern abgereist. Es hat ihnen sehr gut gefallen und sie sind bereits in der Planung ihrer nächsten Afrika Reise. Falls auch ihr uns besuchen kommen wollt oder einfach nach Afrika reist, helfen wir euch gerne bei der Planung!

Bei mir war diesen Monat nicht viel los. Ich war stehts mit Wohnungsbesichtigungen, Hotel Site Inspections und Suppliers beschäftigt. Mein Glück hat mich in SA nicht im Stich gelassen; an einer Hotelbesichtigung habe ich zwei Übernachtungen mit Frühstück in Knysna gewonnen! Es war so frustrierend, weil ich bei 99% der Gewinnspiele nicht mitmachen durfte (SA Residents only). Ich war sehr froh, als ich gesehen habe, dass es bei Tourismus „get togethers“ des Öfteren ein Gewinnspiel gibt, so kann ich dort meine „Sucht“ stillen.

Das einzige touristische was ich unternommen habe, war eine Townshiptour. Das war ziemlich interessant und sehr eindrücklich. Ich war sehr skeptisch eine solche Tour zu unternehmen, weil ich den Gedanken die Armen wie im Zoo zu begaffen nicht richtig fand. Matt hat mich aber überredet und so bin ich mit einer Arbeitskollegin zusammen ein Township besuchen gegangen.

Die Townshiptour begann im District Six Museum wo unser schwarzafrikanischer Guide von der heutigen und vergangenen Situation der Apartheid, Politik und des District Six (ein Quartier in Kapstadt) gesprochen hat. Es war sehr erschreckend die Bilder und Geschichten aus der damaligen Zeit zu hören und zu sehen. Das District Six Museum zeigt auf wie die Townships entstanden sind.

Nach dem Museum fuhren wir weiter nach Langa, dem ältesten und grössten Township in Kapstadt. Langa ist ein sehr beliebtes vorzeige Township, da hier in den letzten Jahren und Monaten sehr viel gemacht wurde. So wurde vor einigen Jahren das GUGA S’THEBE Arts and Cultural Center eröffnet. Es soll denn Bewohnern dazu dienen Geschichten und Fähigkeiten an andere weiterzugeben.

So wurde eine Töpferei errichtet, in der meist Junge, (die auf die falsche Bahn geraten sind), die Möglichkeit bekommen die Kunst des Töpferns zu erlernen (und so wieder auf den Richtigen Weg zu gelangen). Das Center beinhaltet weitere Kunst- und Tanzräume, eine kleine Bühne für Auftritte sowie eine Küche in der regelmässig Mahlzeiten für die Bevölkerung gekocht werden. Als wir da waren, war gerade ein Treffen für die 60+ veranstaltet worden. Es wurde gemeinsam Gegessen und Gesungen. Auch in diesem Center befindet sich das Children for Tomorrow Projekt, welches kostenlose psychologische Unterstützung an Kindern und Jungendliche anbietet. (http://www.children-for-tomorrow.de).

Das Center wird regelmässig von Touristen besucht, welche die Möglichkeit haben im kleinen Shop die Gegenstände (Geschirr, Schmuck, Kunst aus Abfall) welche im Center gemacht werden zu kaufen und somit das Township zu unterstützen.

Wir setzten unsere Tour fort und fuhren durch die Strassen des Townships. Es war erstaunlich zu sehen, dass es selbst in einem Township sehr reiche Leute, welche in Bachsteinhäusern, die Mittelschicht welche in Holzhäusern und die Armen, die in den Blechhütten wohnten, gibt. Wir hielten bei den Blechhütten an und unser Guide forderte uns auf die Strasse zu Fuss entlang zu laufen um so einige Impressionen zu sammeln. Schon als der Bus hielt kamen von allen Seiten die Kinder gerannt und wollten mit uns zusammen die Strasse entlang laufen. So lief ich mit fünf Kindern an jeder Hand und noch ein paar weitere an jedem Bein hängend die Strasse hoch. Es war sehr schön zu sehen, dass die Kinder nur schon sehr Freude hatten, dass sie uns Anfassen durften. Ich habe dann angefangen mit den Kindern zu spielen und jedes einmal in die Luft hoch gehoben. Innert Sekunden bildeten die Kinder eine Schlange die so lang war, dass ich noch in zwei Stunden da gestanden wäre. Unsere Tour ging jedoch weiter. Wir fuhren durch die Mittelschicht, hier rannten die Kinder dem Bus nach und bettelten. Das fand ich sehr speziell, da keines der Kinder aus dem ärmeren Viertel bettelte.

Den letzten Stopp machten wir bei einem Heiler. Er praktizierte in einem dunklen Raum ohne Elektrizität. An einer Wäscheleine, die durch den ganzen Raum gespannt war, hingen tote Tiere, Häute und Felle. Es roch auch dementsprechend. Der Heiler posierte stolz in seinem traditionellen Gewand für unsere Fotos. Unsere kleine Gruppe war sehr froh, als wir den Raum wieder verlassen konnten.

Das Township Langa wird in den nächsten Jahren vom Worldcup 2010 profitieren, da es auf dem Weg vom Flughafen nach Kapstadt liegt und unweit davon ein Stadium gebaut werden soll. Langa soll das Vorzeige Township werden, und deshalb wird hier viel für die Verbesserung des Lebensqualität der Bewohner gemacht. Fact ist jedoch, dass Langa bereits eines der Wohlhabenden Townships ist, alle Bewohner haben Kleider, auch wenn kaputte. Es gibt noch sehr viele ärmere Townships, wo die Kinder nackt umher rennen, und fast kein Geld und Ressourcen für Essen vorhanden sind. Diese Townships werden seltener von Touristen besucht, da sich diese ausserhalb von Kapstadt befinden, und die Reisebüros lieber eine Townshiptour anbieten in dem viel gemacht wurde.

Momentan geniessen wir die warmen Temperaturen und können es uns noch gar nicht vorstellen in gut zwei Wochen Weihnachten zu feiern. Wir freuen uns jedoch auf die Freitage. Geplant haben wir noch nichts Konkretes. Ich denke wir werden Weihnachten am Strand unter der Palme verbringen. Eine kleine Reise können wir wahrscheinlich, da alle Hotels seit Monaten ausgebucht sind wohl kaum unternehmen. Wir werden sehen und es Euch irgendwann berichten.

Wir wünschen Euch eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Samstag, 11. November 2006

Long Weekend

Schon wieder ist ein Monat vorbei und es ist Zeit uns wieder bei Euch zu melden. Es freut uns sehr, dass wir so viele spannende Emails und Nachrichten von Euch erhalten haben! Leider hatten wir noch fast keine Zeit diese zu beantworten.

Bei uns ist es inzwischen wieder ruhiger geworden. Nun arbeiten wir beide und haben deshalb leider nicht mehr so viel Zeit Südafrika zu erkunden.

Die Arbeit macht uns aber beiden Spass. Matt hat in seinem ersten Monat bereits schon 21 Stunden Überzeit gearbeitet. Er war sehr mit der AMAKOSi Show beschäftigt, welche im 2009 in die Schweiz kommen soll.

Bis jetzt gefällt es mir auch gut bei Egoli Tours. Da niemand Zeit hat mich einzuarbeiten, probiere ich alles ein bisschen selber aus. Mal schauen ob es klappt! Ich habe schon bereits den grössten Kunden fast ganz übernommen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die wissen, dass ich noch nie im Touroperating gearbeitet habe, bzw. das nicht Teil unserer Ausbildung war. Am Anfang als ich angefangen habe, hatte ich noch keinen Arbeitsplatz. Der Computer und Schreibtisch wurden in der zweiten Woche geliefert, das Telefon kam noch später. Um das Büromaterial musste ich kämpfen, doch nach gut fünf Wochen kann ich nun endlich sagen, dass ich alles wichtige bekommen habe.

In unserer Freizeit versuchen wir so viel wie möglich von Südafrika zu erkunden. So haben wir an einem verlängerten Wochenende einen Teil der Garden Route erkundet. Die Bezeichnung Garden Route verlockt zu der Annahme, dass man meint entlang von Blumenfeldern zu fahren. Der Name ist jedoch historisch bedingt, denn für die ersten Siedler war dieses Land im Vergleich zum Binnenland so fruchtbar, dass es als ein Garten empfunden wurde. Heute ist das aber längst nicht mehr so.

Wir sind an einem Samstagmittag (ich musste Matt von der Arbeit wegzerren) nach Oudtshoorn gefahren. Nach 4 Stunden Fahrt auf der Route 62 durch die Kleine Karoo sind wir endlich angekommen. Die Landschaft durch die Kleine Karoo waren statt wüstenähnlich eher sehr grün und fruchtbar. Das liegt wohl daran, dass wir im Frühling nach einer längeren Regenzeit durch die Karoo gefahren sind. In Oudtshoorn haben wir nach einer Unterkunft etwas länger gesucht, da genau an diesem Wochenende auch eine Flugshow war. Wir wurden aber trotzdem fündig. Der Besitzer war jedoch ein recht grimmiger alter Mann und liebte es zu trinken. Wir gesellten uns für ein Gläschen zu ihm, wobei sich herausstellte, dass er ein Alkoholiker war und uns versucht zu betrügen. Seine Frau war eine sehr liebe Frau und kannte die Tüken ihres alten Herren und hatte dann alles richtig gestellt!

Am nächsten Morgen sind wir zu den Cangoo Caves herausgefahren. Die Cango Caves gehören zu den grössten und ausgedehntesten Tropfsteinhöhlen-Systemen der Welt. Uns haben sie jedoch nicht so überzeugt, wahrscheinlich hat es daran gelegen, dass man in riesigen geführten Gruppen die Höhlen erkundete.

Unser nächster Stopp hat sich als einen riesigen Reinfall herausgestellt. Wir besichtigten einen Crockodile & Cheetah Park, der sich angeblich aussterbenden und bedrohten Tieren widmet und diese versucht zu erhalten. Die Tiere wurden aber in sehr kleinen unattraktiven Gehegen gehalten. Ein knapp 3 Monate altes Hippo wurde von seinen Eltern getrennt und in ein separates Pool gesteckt, wo es von Touristen gestreichelt und „gequält“ werden konnte. Ihre Hauptattraktion waren die Krokodile, welche alle Verletzungen im Gesicht aufweisten, wahrscheinlich weil auch diese für Touristenattraktionen missbraucht wurden. Die Tour ging dann weiter zu den Raubkatzen, dort haben wir beschlossen das Gelände wieder zu verlassen und unsere Reise wo anders fortzusetzen.

Bevor es Richtung Mosselbay weiterging, besuchten wir eine der unzähligen Straussenfarmen. Die Straussenfarmen entstanden 1865 als in der Kleinen Karoo eine grosse und langandauernde Dürre herrschte. Sehr viel Vieh verendete und die Siedler hatten Not zu überleben. Man beobachtete damals, dass die Straussen mit der Trockenzeit ganz gut fertig wurden und die Tiere lieferten den Siedlern das dringend benötigte Fleisch. Ausserdem waren die Federn der Tiere gut verkäuflich, ein Strauss ergibt Rund 1kg Federn, was früher so viel Wert war wie 1kg Gold. So entwickelte sich der Gedanke die Straussen in speziellen Farmen zu halten.

Der Besuch dieser Straussenfarm war sehr interessant und amüsant. Das einzige doofe war, dass auch dort die Touren sehr touristisch sind und deshalb Touristen auf den Straussen reiten dürfen.

Am Abend sind wir in Mosselbay angekommen. Gewohnt haben wir im Whale-Phin, einem super BB. Es war sehr speziell, wir wohnten im Lavendelzimmer, was violett eingerichtet war und überall waren Lavendelmotive zu finden. Die Aussicht war super, man konnte gut Wale & Delphine beobachten. Es lag zwar erstaunlich weit weg vom Meer aber man konnte die Tiere gut sehen und hören! Wir waren echt erstaunt. Als wir die Reservation gemacht haben, hat uns die Lady am Telefon gesagt, dass wir ein Zimmer mit Sea View haben und somit vielleicht Wale sehen können. Wir glaubten nicht daran, aber kaum waren wir angekommen und sind zu unserem Zimmer gelaufen, haben wir schon die ersten Wale in der Bucht gesichtet.

Am nächsten Morgen sind wir in das Botlierskop Game Reserve gefahren. Als wir angekommen waren, waren wir recht kritisch, weil ein Game Reserve ist ja eigentlich nicht dasselbe wie die Wildnis und so waren wir uns nicht sicher ob wir das überhaupt unterstützen wollen. Unser Ranger, die wie Julia Roberts aussah, meinte aber, dass die Tiere in den Game Reserves geschützt werden vom Fortschritt der Menschheit, sprich den vielen Bauten die die natürlichen Lebensräume der Tiere zerstören, sowie vor den Menschen selber. Obwohl die Tiere geschützt sind, würden viele Arme und Wilderer die Tiere erlegen um so ihre Familie zu ernähren oder Jagdtrophäen daraus zu machen.

Wir fuhren drei Stunden durch das Game Reserve und unser Ranger gab uns ihr Wissen über die Tiere und Natur weiter. Es war sehr spannend und wir hatten Glück, dass unsere Gruppe nur 4 Personen beinhaltete. Das Botlierskop Game Reseve hatte vor kurzer Zeit schwere Überschwemmungen und einen Brand erlitten, wobei sie einige Tiere verloren haben. Der Park hat uns sehr gut gefallen, am Schluss sind wir zu den Löwen gefahren, welche auf einem anderen Grundstück gehalten werden. Gerade als wir angekommen sind, war Fütterungszeit, so konnten wir die Tiere in „Action“ beobachten. Da der Bock schon Tod war, jagten die Tiere einen Pickup-Truck und wir hatten die Möglichkeit das Jagdverhalten der Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Es gab noch so viel zu sehen und zu erleben, aber unser Wochenende nahte dem Ende und so mussten wir uns wieder auf den Heimweg machen…

Unser Zuhause in Durbanville gefällt uns leider nicht so gut, wie wir am Anfang gehofft haben. Der lange Arbeitsweg in die Stadt ist nicht einmal das Problem, aber hier draussen gibt es einfach nicht für junge Leute (unter 50) zu tun. Es wäre einfach schön, ein Kaffee oder einen Ort in der Nähe zu haben, wo man am Abend junge Leute treffen kann. Auch das Meer ist von Durbanville aus recht weit entfernt. Matt versucht nun diese Woche mit seinem Boss zu sprechen, so dass wir in die Stadt ziehen können. Eine Wohnung haben wir zwar noch nicht, aber dafür ein Mitbewohner! Joseph, Matts kongolesischer Freund ist momentan auch auf der Suche nach einem neuen Zuhause und hat uns gefragt ob wir nicht Lust hätten mit ihm zusammen zu ziehen. Er hat auch schon eine Wohnung in Sea Point im Auge. Sobald wir mehr wissen geben wir Euch die Adresse durch!

Erreichen könnt ihr uns auch seit einigen Wochen übers Internet und unseren Festnetzanschluss. Wir sind stolze Besitzer einer 28.3kb/sec Dial-up Leitung! So können wir jeden Abend ab 7 Uhr im Skype anzutreffen zu sein.

Tja das wäre es mal wieder aus unserem Leben in Afrika!

Liebe Grüsse, Matt & Lynn